Alleine mit Depressionen? Die Wolkenschieber helfen.

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Manchmal ist die Welt nicht farbenfroh sondern nur schwarz oder weiß. Ein anderes Mal vielleicht kuntergrau oder auch dunkelbunt. Die Facetten von psychischen Erkrankungen sind vielfältig und da kommen die „Wolkenschieber“ mit dem Begründer Jason Minnemann ins Spiel. Vor rund 15 Jahren startete er die Selbsthilfegruppe in Koblenz. Heute zählen über 120 Personen in sieben verschiedenen Gruppen zum Kreis der Wolkenschieber.
Nur wenige Betroffene finden in einer Krisensituation einen ambulanten Therapieplatz. Vielmehr ist es so, dass psychisch erkrankte Menschen im günstigen Falle monatelang und im Schlechten sogar jahrelang auf Wartelisten von qualifizierten Psychotherapeuten verweilen. Einige „Seelenklempner“ führen aus Überlastung bisweilen gar keine Wartelisten mehr. Besonders schwierig wird die Lage nach einem stationären Psychiatrieaufenthalt. In der Regel werden die Patienten in der therapeutischen Nachsorge vernachlässigt. Und somit schließt sich der Kreis. Die Patienten werden schlichtweg im Stich gelassen.

Auch bei den Wolkenschiebern gibt es Wartezeiten von aktuell etwa sechs Wochen. Bevor jemand als Betroffener in die Selbsthilfegruppe eintreten kann, muss er ein formloses, fernmündliches Gespräch mit Herrn Minnemann führen. Dieser versucht anhand der Beschreibungen die Dringlichkeit einzuschätzen. Sobald ein Platz in eine der beiden „Auffanggruppen“ frei wird, kann es schon losgehen.

Geschulte ehrenamtliche Mentoren moderieren den Gesprächskreis. Und das Besondere…… Sie wissen wovon sie reden denn auch diese sind ebenfalls Betroffene welche teilweise seit Jahren die Gruppen begleiten. Angefangen von Depressionen über Multiple Sklerose, soziale Phobien bis hin zu Borderlinern  ist das Spektrum der Krankheitbilder sehr vielfältig.

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Reden….. Einfach reden können und verstanden werden. Nicht alleine sein. Das hilft oftmals schon. Niemand muss sich erklären. Keiner ist verpflichtet etwas zu sagen aber… jeder darf sich einbringen. Gerade psychisch erkrankte Menschen fühlen sich von „der Welt da draussen“ missverstanden. Haben das Gefühl etwas unerklärliches, erklärbar machen zu müssen. Ein scheinbar unmögliches Unterfangen. Doch Betroffene verstehen oft ohne Worte was derjenige emfindet. So einige Male schon entwickelten sich in den Gruppen außergewöhnliche Freundschaften.

Einmal im Monat treffen sich die Wolkenschieber mit ihren Mentoren zu einem Stammtisch in diversen Koblenzer Pubs.

Trotzdem kann eine Selbsthilfegruppe letztlich nur die Zeit bis zu einer ambulanten Therapie überbrücken oder diese ergänzen. Doch aus Sicht der Betroffenen ist dieses weitaus mehr als wie nur ein Gesprächsabend. Geborgenheit und Verstanden werden. Bei Bedarf bietet Herr Minnemann nach Absprache auch Einzelgesprächssitzungen an.  Auf der Webseite shg-wolkenschieber.de finden Sie bei Bedarf Telefonnummern und Ansprechpartner.

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