Quix DSL – Fluch oder Segen für die Region?

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Endlich schnelles Internet für den Rhein-Lahn Kreis. Mit mehr als 11 Millionen Euro Steuergelder wurde das Projekt vom Bund gefördert um den Anschluss an die digitale Zukunft zu gewährleisten. Den ausgeschriebenen Wettbewerb zum Ausbau des Breitbandes gewann die saarländische Firma Inexio.
Am 16.09.2015 wurde der Kooperationsvertrag zwischen den Gemeinden und Inexio geschlossen. 96 Städte und Gemeinden des Kreisgebietes sollten nach Vereinbarung mit schnellem Internet von Bandbreiten zwischen 30 bis 100 MBit/s versorgt werden. Laut Inexio sollen angeblich bereits 79 Ortschaften vom schnellen Zugang profitieren.

Doch die Sache hat mehrere Harken. Verschwiegen wurde, dass große Unternehmen wie die Telekom ebenfalls Gebote in der Ausschreibung abgegeben hatten welche nur unwesentlich über dem Angebot von Inexio lagen. Demzufolge hätten die betroffenen Gemeinden von weitaus preiswerteren Internetangeboten profitieren können denn günstig ist das Angebot von Inexio mit Quix DSL für Privatkunden nicht.

Somit schaffte sich der saarländische Breitbandspezialist  eine Monopolstellung in der Region. Zwar verweist Inexio darauf, dass Konkurrenzunternehmen wie die Telekom usw. deren Leitungen anmieten könnten  was aber in der Regel nie geschehen würde. Ein Schelm wer da böses denken mag……Unternehmen wie die Telekom, 1und1 oder Vodafone müssten in der Region das gleiche preiswerte Angebot zur Verfügung stellen wie allen ihren anderen Kunden auch. Somit wäre ein Ausbau des Glasfasernetzes trotz Subventionen nur wenig lukrativ gewesen. Und genau davon scheint Inexio zu profitieren.

Schon des öfteren (Hohenzollernkreis pp.) unterbot Inexio die Konkurrenz bei subventionierten Ausschreibungen zum Ausbau des schnellen Internets. Was von den Gemeinden zunächst als Segen betrachtet wird kann sich auch als Fluch erweisen. Denn es ist kaum davon auszugehen dass das Produkt Quix DSL für Privathaushalte in Zukunft mit konkurrenzfähigen Preisen aufwarten wird. Wozu auch? Als damit einziger Anbieter in der Region bleibt den Kunden nur das Ausweichen auf das instabile LTE oder der Quix DSL Vertrag von Inexio.

Desweiteren zeigte sich das Unternehmen aus Saarlouis nicht gerade als zuverlässiger Partner im Rhein Lahn Kreis. Zwar verweist das Unternehmen auf bisher 79 von 96 Gemeinden welche bereits über das schnelle Internet verfügen würden. Doch was ist mit den restlichen Ortschaften? Insbesondere die Gemeinden im Bereich Nassau (Schweighausen, Dornholzhausen, Dienethal, Sulzbach usw.) werden seit Monaten vertröstet.

Nach eineinhalb Jahren Wartezeit sollten die Arbeiten dort im zweiten Quartal 2017 vollendet sein. Auf schriftliche Anfrage unserer Redaktion im Juli 2017 wurde uns durch den Beauftragten des RL Kreises für Quix Neukunden Holger R. (Anm. Name der Redaktion bekannt)Woche später telefonisch mitgeteilt, dass angeblich die Arbeiten bereits abgeschlossen wären und es lediglich an der Telekom liegen würde welche die Inexio Kästen in den Ortschaften abnehmen müssten. Dieses würde aber nur schleppend geschehen da zahlreiche Telekom Mitarbeiter im Urlaub wären. Laut seiner Aussage würde dieses aber spätestens Mitte August abgeschlossen sein.

Diese Aussage war schlichtweg falsch. Inexio gab auf ihrer Webseite bekannt, dass es in der VG Nassau Probleme mit der Durchlässigkeit der bestehenden Leerrohrdurchlässigkeit ergeben hat. Trotzdem wolle man bis bis Ende September auch diese Arbeiten beendet haben……

 Dieses erfolgt natürlich nicht. Und auch darin liegt ein Problem bei Inexio und dem verbundenen QUIX DSL Angebot für Privatkunden. Mangelnde Transparenz und ein ungenügender Kundenservice. Schriftliche Anfragen über das Kontaktformular werden teilweise gar nicht beantwortet oder über Wochen später, telefonische Anfragen ergaben dass die Mitarbeiter überfordert und nicht mit aktuellen Informationen ausgestattet sind.

Inexio verweist in Pressemitteilungen gerne auf Ihre Erfolge, verschweigt aber bisweilen die Unzulänglichkeiten in der transparenten Informationspolitik des Unternehmens und die durch sie zu vertretenden Verzögerungen im Ausbau des Glasfasernetzes. Andererseits möchte sich das Unternehmen als eine Alternative für das schnelle Internet im ländlichen Raum präsentieren doch welche Alternativen haben die Bürger wirklich wenn diese vom Breitbandanschluss profitieren wollen? Keine.

Und da ist wiederum der Staat und die Regulierungsbehörden gefragt. Es muss für die Zukunft gewährleistet sein, dass auch Konkurrenzunternehmen wie der Telekom etc. so günstige Konditionen eingeräumt werden die Leitungen von Inexio anzumieten, dass diese ihren Kunden deren preiswerte Alternativprodukte anbieten können.  Sollte dieses nicht geschehen bleibt ein sehr fader Beigeschmack. Ein gutes Produkt zu nicht konkurrenzfähigen Preisen für die Region.

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